Innovationsabsicherung in Produktentwicklung und Produktion

Ziele und Ergebnisse des Verbundprojektes

Zielsetzung des Projektes ist es, methodische, systemtechnische und prozessuale Lösungen zu entwickeln und bereitzustellen, um die Innovationsfähigkeit in produzierenden Unternehmen, insbesondere KMU, unter Berücksichtigung der klassischen Wettbewerbsfaktoren (Kosten, Zeit, Qualität) nachhaltig (ökologisch, ökonomische, sozial) bewertbar zu machen und zu steigern.

Im Rahmen des Projektes sollen Methoden zur Modellierung des Wert- schöpfungsnetzwerks (Lieferanten, Kunden, Forschungs- und Entwicklungspartner) mit Fokus auf die KMU-Beteiligung über den gesamten Innovationsprozess entwickelt werden. Auf Basis der Innovationsfähigkeitsbewertung (bspw. Reifegrade des Innovations- prozesses) bei den einzelnen Wertschöpfungspartnern kann eine Aussage über Innovationsfähigkeit des gesamten Wertschöpfungsnetzwerkes getroffen und eine gezielte Optimierung vorgenommen werden. Ausgehend von Methoden zur Analyse der Innovationsfähigkeit unter Berücksichtigung der Stakeholder im Wertschöpfungsnetzwerk werden Methoden zur kundenintegrierten Innovationserzeugung und -bewertung und Produktentwicklung auf Basis des im Verbundprojekt ISYPROM entwickelten „Requirements Engineering Integrated Innovation Process (REI²P)“ entwickelt. Dieser anforderungsgetriebene und kundenbezogene Innovationsprozess soll eine Web-Community-basierte, nach Rollen differenzierte Ideenerfassung, -entwicklung, -bewertung und -nachverfolgung erlauben und als Services in einer Cloud zur Verfügung stehen. Somit wird den Unternehmen eine Möglichkeit gegeben, die Open Innovation Community möglichst effizient zu steuern, um frühzeitig relevante Informationen über nachhaltige Wettbewerbsfaktoren zu generieren. Die gewonnenen technischen, betriebswirtschaftlichen und nachhaltigkeitsorientierten Informationen (vgl. Life Cycle Assessment) fließen in ein Bewertungssystem ein, das eine frühzeitige Bewertung und Auswahl der Innovations- projekte ermöglicht. Dadurch kann die Zeit bis zur Markteinführung sowie das mit einem Innovationsprojekt verbundene Risiko minimiert werden, woraus ein Wettbewerbsvorteil erwächst. Dieses Vorgehen ist von besonderer Relevanz, da in den frühen Phasen des Innovationsprozesses bereits ein Großteil der später anfallenden Kosten festgelegt wird und die Beeinflussbarkeit mit zunehmendem Projektverlauf immer weiter sinkt. Zudem wird der Pool der Ideengeber, aber auch der Pool an „Verwertern“ größer, wodurch Innovationen schneller vorangetrieben und besser vermarktet werden sollen.

Zusammenfassend kann die inhaltliche Zielsetzung des geplanten Projektes in folgende Teilziele gegliedert werden:

  1. Bereitstellung eines ganzheitlichen Reifegradmodells zur modellbasierten Bewertung der Innovationsfähigkeit von KMU unter Berücksichtigung der technischen, marktlichen und nachhaltigkeitsbezogenen Perspektive sowie des

  2. Bereitstellung von Handlungsanweisungen wie Best-Practices, generischem Innovationsprozess und Einführungsstrategien auf der Innovationsplattform mit Innovationskompass, der die unternehmensindividuelle Auswahl der Handlungsanweisungen unterstützt und so die zielorientierte Steigerung des Reifegrades der Innovationsfähigkeit erlaubt

  3. Modellbasierte Integration von Stakeholdern in den Innovationsprozess mittels Web Communities zur verbesserten Ideenfindung und Absicherung

  4. Konsistentes Management von Innovation im Kontext von produktbeschreibenden Daten durch die informationstechnische Verknüpfung auf Basis von sog. Tags (dt. Verschlagwortung) und Ontologien

  5. Instrumente zur strategischen Steuerung von Innovationsprojekten über KPIs, die die drei Absicherungsdimensionen repräsentieren und die gezielte Geschäfts- modellentwicklung für KMU verbessern (Bsp. Verstärkte Orientierung auf nachhaltige Produktentwicklung)

  6. Absicherung von Innovationsprojekten durch bidirektionale Verknüpfung von freiem Innovationsdenken mit den Abhängigkeiten der späten Phasen des Produktlebenszyklus